“Wie eine tagelange Achterbahnfahrt”, 8 Fragen an unseren CEO

Unser CEO Julian Stylianou ist ein vielbeschäftigter Mann. Er kümmert sich bereits um seinen 8 Jährigen Sohn und nun kommt bald auch sein Start-up baby Kevin (neuartige Präsenz-Simulation zur Prävention von Einbrüchen) auf die Welt.

Er hat in den vergangenen 3 Jahren ein starkes Team um sich aufgebaut, bestehend aus 4 Mit-Gründern und 6 Angestellten. Im Januar 2018 war die extrem erfolgreiche Kickstarter Kampagne, die ihr Ziel von 50’000 CHF in unter 19 Stunden erreichte, um es dann sogar bis über das Doppelte zu überschiessen. Seither konnte Julian seinen Investoren mit mehreren Vorbestellungen jede Woche weiterhin Traction vorweisen. Jetzt steht der Launch unmittelbar bevor und es wurden schon beinahe 800 Kevins verkauft. Bald, noch im 1. Quartal 2019 werden sie auch in den Regalen und Online Shops namhafter Schweizer Händler zu finden sein. Aus diesem bevorstehenden Anlass wollten wir unserem CEO ein paar Fragen stellen, um herauszufinden wer er wirklich ist. Auf geht’s:


Hi Julian, vorerst danke dass du dir die Zeit nimmst, ein paar Fragen zu beantworten.

Gerne.

Der Launch steht vor der Tür. Wie fühlt es sich an, jetzt wo Kevin endlich das Licht der Welt erblickt?

Es ist unglaublich zu sehen, was man mit einem engagierten Team erreichen kann. Ich fing mit einem leeren Blatt Papier an und nun das Ergebnis zu sehen ist ein super cooles Gefühl. Jetzt sind wir unglaublich gespannt, da wir die ersten Kunden-Feedbacks erhalten werden, wenn das Produkt dann mal effektiv ausgeliefert wurde. Das Unglaubliche an dem Ganzen ist, dass noch niemand von uns je Hardware selbst gebaut hat. Wir haben alle bisherigen Hürden überstanden indem wir all unsere Energie in dieses Projekt steckten. Das Ganze ist pure Teamarbeit.

In der Startup Szene werden Misserfolge oft als die wertvollsten Lernerfahrungen zelebriert. Was war dein lieblings-Malheur bisher und warum?

Ich kann mich nicht wirklich an einen grossen Misserfolg erinnern, es waren viele. Man versucht sie einfach zu bestreiten, wenn sie aufkommen. Natürlich begegnet man auf dem Weg vielen Situationen, in denen Zweifel aufkommen, nachdem etwas Unerwartetes geschah. Dann schlafen wir aber darüber, sammeln unsere Energie und bringen das in Ordnung. Das ist dann genau der angesprochene Moment, in dem das Team unglaublich wichtig ist. Wenn eine Person mal etwas angeschlagen ist, dann können die anderen ihm/ ihr unter die Arme greifen.

Schön gesagt. In nur einem Satz...Wie würdest du deine derzeitige Alltagsroutine beschreiben?

Es ist wie eine tagelange Achterbahnfahrt; Innerhalb eines Tages reicht das Emotionsspektrum von “Wir werden die Welt erobern”, bis hin zu: “Das war die schlechteste Idee, die ich je hatte”.

Ja andere Unternehmer haben öffentlich gesagt, dass sie sich in den Schlaf weinen. Was waren deine emotional intensivsten Situationen? Gute und oder schlechte.

Extrem positiv waren vor allem zwei Ereignisse. Einerseits als wir erfolgreich den Spinoff aus der Helvetia abschlossen und andererseits dass wir unser Kickstarter Ziel in nur 19h erreichten.

Auf der Kehrseite kann ich mich nicht an eine bestimmte Situation erinnern. Vielleicht dass ich ein paar mal einen Investor Pitch versaute. Man wird manchmal emotional wenn man abgelehnt wird, aber damit muss man umgehen. Wir hatten einige Misserfolge bei der Produktentwicklung. Du solltest aber lieber meine Frau fragen, um dir ein Bild meiner Gefühle machen zu können. Wenn ich einen schlechten Tag habe, rollt sie mit den Augen und sagt :”ja ja, und morgen ist alles wieder gut.” :-)  

Diesbezüglich: Wie bringst du es fertig, Familie und Startup im Gleichgewicht zu halten?

Ehrlich gesagt bringe ich das nicht fertig. Ich versuche einfach alle meine Aufgaben zu erledigen und priorisiere. Es ist ein flexibler Prozess. Ich widme unserem Startup den Grossteil meiner Zeit. Meine Frau ist sich dessen auch bewusst. In manchen Situationen versteht sie das besser, in manchen weniger. Aber eigentlich geht es einfach darum, so viel Energie wie möglich ins Startup zu stecken.

Vom aktuellen Standpunkt aus betrachtet, was sind die grössten Herausforderungen, sobald Kevin in weniger als einem Monat dann offiziell eingeführt wurde?

Wachstum generieren. Das ist alles was zählt und gleichzeitig hoffen, dass mit der ausgelieferten Hardware alles funktioniert. Es könnte einen vernichten, wenn man Produkte zurückrufen müsste. Selbstverständlich tun wir alles in unserer Macht, dieses Szenario zu verhindern… aber wer weiss.  

Stell dir vor, du würdest morgen eine Million in der Lotterie gewinnen. Was würdest du tun?

Investieren und weiterarbeiten. Eine Million ist nicht lebensverändernd. Ich denke wirklich nicht, dass das bei mir viel verändern würde. Es könnte vielleicht einen ruhigeren Schlaf bedeuten, wegen einem stärkeren finanziellen Puffer, der wohl den Druck ein wenig lösen würde. Aber wen kümmerts, ich spiele sowieso kein Lotto.

Wie wärs dann also mit einem Klassiker: Angenommen Essen und Trinken ist vorhanden, welche drei Gegenstände würdest du mit auf eine einsame Insel nehmen?

Ein Smartphone, ein Solarladegerät und einen Satellitenempfänger. Sozusagen das moderne Überlebensbuch. Alles andere kannst du im Internet lernen. Und wenns schlimm wird, kann ich einfach um Hilfe rufen. :-)

Nicht schlecht, also kommst du lieber vorbereitet, statt Risiken einzugehen. Nun sind wir bereits bei der letzten Frage - für andere Leute, die darüber nachdenken, ihr eigenes Unternehmen zu gründen - welchen Rat würdest du ihnen mit auf den Weg geben?

Mach dir keine grossen Sorgen. Es kommt sowieso nichts wie man es zuvor erwartet. Einige Dinge werden einfacher, einige schwieriger als erwartet. Einfach anfangen.

Selbst wenn du nicht erfolgreich bist, wirst du auf dem Weg so viele Dinge gelernt haben, die dich weiterbringen werden.

Cool, danke dass wir deine Zeit für ein paar Fragen in Anspruch nehmen durften.

Danke auch.


Also hier waren 8 Antworten von unserem CEO Julian Stylianou. Wir werden die anderen Co-Founder ebenfalls interviewen, sodass Ihr herausfindet, wer hinter diesem jungen Unternehmen steckt, das zur Zeit die Heim-Sicherheits-Branche aufwühlt.